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Chronik

Gemäß dem alten Spruch „Einigkeit macht stark" kam man im Jahr 1990 erstmals auf die Idee, einen Schifferverein zu gründen, der sich neben den wirtschaftlichen Belangen auch um die Sorgen und Nöte der Schifferfamilien kümmern wollte. Doch der Weg von einer Idee bis zum eingetragenen Verein ist lang und so fragte man erst einmal bei den Binnenschiffern an, in wie weit Interesse und Wille zum Engagement vorhanden ist. Wer sollte und wollte die Verantwortung übernehmen, einen Verein zu führen? Am 01. April 1991 wurde der Schifferverein „Mittelmain" unter vorläufigem Vorsitz von Bernd Mühlon gegründet, welcher aber sein Mandat vor der ersten ordentlichen Wahl zurückzog. Bei der Vereinsgründung traten dem Verein bereits 32 Mitglieder bei, deren Aufgabe es nun war, bei der ersten ordentlichen Wahl an Ostern 1992 einen Gesamtvorstand zu finden. Dieser wurde wie folgt gewählt: 1. Vorsitzender Klaus Weigmann, 2. Vorsitzende Amanda Zöller, Schriftführer Thomas Endrich und Kassier Joachim Haas. Zu den ersten Aufgaben des Vorstandes zählte die Ausarbei­tung einer Vereinssatzung und die Beantragung einer Eintragung im Vereinsregister. Diese wurde am 19. Juli 1993 am Amtsgericht in Gemünden vorgenommen. Zur Hauptaufgabe hat es sich der Schifferverein „Mittelmain" gemacht, sich um die Ängste und Sorgen im familiären Bereich und die existentiellen Nöte zu kümmern. Da sich seit Öffnung des europäischen Binnenmarktes die Lage der deutschen Binnenschiffer durch Freigabe der Frachttarife und die zum 1. Januar 1995 weggefallene sogenannte Karbotage die Wettbewerbsfähigkeit so sehr verschlechtert hat, dass immer mehr Partikuliere kapitulie­ren müssen und immer mehr Familien vor einer Ungewissen Zukunft stehen, ist Zusammen­halt und Hilfe untereinander angesagt. Dies haben viele Schiffer erkannt und so ist es nicht verwunderlich, dass der Verein in seiner Mitgliederzahl stetig wächst. Ganz wichtig ist es für den Verein, die Kommunikation und die freundschaftlichen Beziehun­gen zwischen den Schifferfamilien zu unterstützen und zu pflegen, denn gerade dies ist wichtig, um den Zusammenhalt zu stärken. Früher lagen die Schiffe oft tagelang im Hafen und man fand Zeit, miteinander zu plaudern und zu diskutieren. Heute arbeiten die Häfen und die Schleusen rund um die Uhr und man findet kaum noch die Zeit und Gelegenheit, sich auszutauschen und Verständnis und Hilfe im Gespräch mit anderen zu finden. Aus diesem Grund werden viele gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge, Grillfeste und Weihnachtsfeiern geplant und durchgeführt. So wurde z.B. am 25. September 1992 eine Busfahrt zur Kanaleinweihung nach Hilpolstein und Berching unternommen. Am 23. März 1993 wurde eine Vereinsfahne angeschafft, deren Patenschaft der Schifferverein „Obermain" aus Knetzgau unter seinem Vorsitzenden Otto Mergenthaler übernahm. Ostern 1994 wurde die Fahne in der Pfarrkirche St. Andreas in Karlstadt geweiht. Die Fahnen­patin war Barbara Stamm. Die anschließende Feier fand im historischen Rathaussaal in Karlstadt statt. Am Festzug nahmen ca. 400 Personen teil.
Da der Vereinssitz die Stadt Karlstadt als zentraler Ort ist, war es ein Traum der Binnenschif­fer, am dortigen Mainufer einen Mast zu errichten. Dank der guten Zusammenarbeit zwi­schen Stadtverwaltung und Vereinsführung fand die Anfrage nach Errichtung eines Schiffer­mastes positiven Anklang. Man begann noch 1994 mit der Planung und der Suche nach einem geeigneten Standplatz. Obwohl man sich der großen Kosten und möglicher Probleme bewusst war, konnte dank der Hilfe der Stadt Karlstadt, die das Fundament erstellen ließ, die Erstbeflaggung des Schiffermastes bereits am 7. Oktober 1995 am Mainkai gefeiert werden. Die Firma Schwenk stellte den Zement für das Fundament und aus Vereinsmitteln und einer großzügigen Spende der Firma Vollmuth aus Volkach wurde der Mast finanziert. Der Mast wurde in Volkach vorgefertigt und stilgerecht per Schiff (MS Jenny) nach Karlstadt transpor­tiert. Dort erfolgte die Endmontage durch die Firma Vollmuth mit Unterstützung vom Zement­werk Schwenk und einigen Vereinsmitgliedern.
Mit der Aufstellung und Beflaggung des Mastes will der Verein auf den Berufsstand Binnen­schiffer aufmerksam machen. Er soll die Bevölkerung als dauerhaftes Symbol an die Bin­nenschiffer erinnern. Mit einem großen Fest am Mainkai in Karlstadt wurde der Mast am Sonntag, den 23. Juni 1996 eingeweiht.
Die Vorstandswahlen am 17. April 1995 brachten folgendes Ergebnis: 1. Vorstand Klaus Weigmann, 2. Vorstand Amanda Zöller, Kassiererin Hannelore Ohmer, Schriftführer Tho­mas Endrich. Thomas Endrich trat 1996 dann zurück und Wolfgang Hohm übernahm das Amt vorläufig bis zu den Neuwahlen 1999.
Doch nicht nur symbolisch will der Verein auf sich aufmerksam machen, sondern auch auf politischer Ebene zeigt man z. B. im Gespräch mit politischen Vertretern und Ministerien Zusammenhalt und Entschlossenheit. Am 30. Oktober 1997 fuhren wir zusammen mit den Schiffervereinen aus Marktheidenfeld, Reistenhausen, Freudenberg, Miltenberg und Wörth am Main zur Parlamentarischen Gruppe Binnenschifffahrt nach Bonn zur ersten Begegnung und zum Kennenlernen. In der Zwischenzeit treffen sich ein Teil unserer Mitglieder und Vertreter der Parlamentarischen Gruppe jährlich zum Erfahrungsaustausch. Auch die jährli­che Diskussionsrunde mit der WSD Süd und den Wasser- und Schifffahrtsämtern Aschaffenburg, Schweinfurt, Nürnberg und Regensburg wird jährlich abgehalten und hat uns allen schon viele Vorteile gebracht.
Bei den Neuwahlen 1999 wurde die Vorstandschaft im Amt bestätigt. Großes Engagement zeigte der Schifferverein „Mittelmain" auch bei der Vorbereitung und Durchführung der Großveranstaltung „Donau 2000". Wir unterstützten unser Mitglied Al­brecht Scheubner (MS „Jenny") und seine Frau Karin bei der Durchführung des Festes an Bord ihres Schiffes. Außerdem waren Mitglieder des Vereins vier Tage mit dem Infomobil der Binnenschifffahrt in Straubing. Deggendorf und Niederaltdeich unterwegs, um der inter­essierten Bevölkerung Aufschluss über Ziele und Umfang des geplanten Donauausbaues zu geben. Überraschend stellten wir dabei fest, dass der Großteil der Bevölkerung dem Aus­bau aufgeschlossen gegenübersteht. Bei den Ausbaugegnern handelt es sich tatsächlich um eine kleine, aber straff organisierte und lautstark auf sich aufmerksam machende Grup­pierung. Vier Wochen später konnten wir bei einer weiteren Informationstour in Regensburg, Bogen und Vilshofen dasselbe feststellen. Diese zweite Tour haben wir zusammen mit den „Frauen in der Binnenschifffahrt" veranstaltet.
Ebenfalls wurden in den letzten Jahren in zahlreichen Schulen Info-Vorträge über die Binnenschifffahrt abgehalten.
Der Schifferverein „Mittelmain" zählt zur Zeit 175 Mitglieder, von denen noch 140 in der Schifffahrt tätig sind.
Am Sonntag, den 25. März 2001 feiert der Schifferverein „Mittelmain" Karlstadt sein zehn­jähriges Bestehen. Wir treffen uns zu diesem Anlass an Bord des Fahrgastschiffes „Bacchus". Wir danken der Schifferfamilie Herbert für die kostenlose zur Verfügungstellung des Schiffes und heißen alle Kolleginnen und Kollegen sowie unsere Ehrengäste „Herzlich Will­kommen". Dem Schifferverein „Mittelmain" Karlstadt wünschen wir noch eine lange Zukunft. Bei der Generalversammlung am 15.04.2001 trat der bisherige Vorsitzende Klaus Weigmann nicht mehr zur Wiederwahl an. Der Schriftführer Wolfgang Hohm wurde zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. 2. Vorsitzende blieb Amanda Zöller. Kassiererin wie bisher Hannelore Ohmer. Neuer Schriftführer wurde Heinz Langmeier.
Bei der Generalversammlung 2004 trat Kassiererin Hannelore Ohmer nicht mehr zur Wiederwahl an. Der Vorsitzende bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Das Finanzpolster des Vereins könne sich sehen lassen.. Bei der anschließenden Neuwahl wurde Bernhard Huth zum neuen Kassierer gewählt.
Im Jahr 2004 veranstaltete der Schifferverein Mittelmain in Karlstadt den 50. Schiffertag. Auch zu diesem Anlass hat uns die Schifferfamilie Herbert (Veitshöchheim und Miltenberg) wieder ein Schiff und zwar die MS Astoria kostenlos zur Verfügung gestellt. Im September 2004 erwarb der Schifferverein das „Milchhäusle"' an der Schleuse Himmel­stadt vom WSA. Schweinfurt. Es ist vorgesehen dort ein Vereinsheim zu errichten. Im Jahr 2005 führten wir dann ersatzweise den 51. Schiffertag durch. Diesmal in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim.
Bei den Neuwahlen 2007 trat Amanda Zöller als 2. Vorsitzende zurück. 15 Jahre hatte die „Mutter des Vereins" dieses Amt inne. Als Dank für ihre großen Verdienste wurde Amanda Zöller zum Ehrenmitglied ernannt. Zum neuen 2. Vorsitzenden wurde Jürgen Kemeter gewählt.
Am 21 Juli 2007 feierten wir das erste Grillfest an unserem neuen Vereinsheim in Himmelstadt. Das neue Vereinsheim wurde im Rahmen des Grillfestes eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Wolfgang Hohm